Am letzten Wochenende erlebte ich so einen kleinen berührenden Moment. Es wird Zeit, hier mal wieder einige davon zu teilen.

Mein Mann und ich waren am Sonntag im Gottesdienst. Wir standen und beteten zu Gott durch Lieder. Ich hatte meine Augen geschlossen. Ich bewegte mich leicht im Rhythmus der Musik. Unvermutet stieß ich plötzlich gegen einen kleinen Körper vor mir. Ich öffnete die Augen und sah ein kleines Mädchen, das unseren Kindergarten besucht. Sie hatte einige Reihen hinter uns gesessen, zusammen mit einem Jungen, den wir ebenfalls aus dem Kindergarten kennen, und seinen Eltern. Sie war einfach aufgestanden, war zu mir gekommen und hatte sich dicht vor mich gestellt um in meiner Nähe zu sein.
Der Moment, in dem ich gegen sie stieß und sie wahrnahm, war derselbe, in dem ich sofort Kontakt zu ihr herstellte und meine Hand leicht auf ihre Schulter legte. Ich sang und betete einfach weiter, aber meine rechte Hand blieb mit ihr locker im Körperkontakt – bewusst so, dass sie wusste, sie ist bei mir willkommen, darf aber auch jederzeit entscheiden, wieder zu gehen.
Ich fühlte mich unfassbar geehrt, dass sie zu mir gekommen war. Warum hatte sie das getan? Die Antwort ist natürlich ganz einfach. Sie kennt mich. Sie erlebt mich als freundlich und zugewandt. Sie ist im Kita-Kontext schon oft zu mir gekommen und hat sich an mich gelehnt oder mich umarmt. Also warum nicht auch hier, im Gottesdienst?
Es mag wie eine völlig belanglose Situation erscheinen. Aber sie machte mir ein Geschenk, das mir so unendlich kostbar ist und mich etwas wie Ehrfurcht erleben lässt. Ein Kind wählte mich freiwillig aus um mir zu zeigen, dass es sich mit mir verbunden fühlt; dass es mich mag; dass es mir vertraut.
Das ist eine unfassbare Ehre, die ich in meinem Herzen hochhalten möchte. Dieses Gefühl der Ehrfurcht erinnert mich daran, dass ich niemals einem Kind oder einem Schwächeren gegenüber meine Macht missbrauchen möchte. Sie erinnert mich daran, dass jeder Mensch es wert ist, aufs Beste behandelt zu werden; dass jedes Kind es wert ist, gestärkt und gefördert zu werden; dass ausgedrücktes Vertrauen ein unvergleichliches Geschenk der Verbundenheit ist, das wir einander und Gott machen dürfen.


